Portal-on-the-Mount

Die abenteuerlichen Eskapaden der Waldgrund-Brüder am 5. Tage des zweiten Monats im Jahr des nervösen Bibers

Niedergeschrieben vom Protokoll-Druiden Wolko Waldgrund

Ein anstrengendes und erlebnisreiches Abenteuer im Turm des Magiers lag hinter uns. Der Homunculus war in unserem Besitz, Zeit zur Herberge zurückzukehren und auszuruhen.

Zur Sicherheit hatten wir die Tür mit einer Kommode blockiert und die Fensterläden geschlossen. Während die anderen Helden ausruhten, meisterte ich endlich die Fähigkeit, Tiergestalt anzunehmen und fiel schließlich ebenfalls in Schlaf.
Der nächste Tag: Irgendwelche unhöflichen Personen weckten uns, als sie versuchten, in unser Zimmer einzubrechen. Eine Phiole Gas zwang uns, den Raum fluchtartig zu verlassen, mein Bruder an einem Seil, ich in der Gestalt eines Eichhörnchens, unser ehrenwerte Paktmagier Sah Neso Sse (oder so ähnlich) kopfüber aus dem Fenster, zusammen mit Onan äh, Simpel, dem Barbaren.

Leider waren die Gegner im oberen Stock nicht die einzigen und die lautstarke Flucht unserer Gefährten schreckte weitere Finsterlinge in der Gaststube auf. Weitere näherten sich von allen Seiten. Es gelang mir in meiner momentanen Gestalt, mich hinter zwei der Banditen zu schleichen, mich zurückzuverwandeln und die Tür erstmal zuzuschlagen. ein kurzer Kampf entbrannte, den Barbar und Drachling nutzten, um zu fliehen.

Einer der bösen Schergen meinte, mich packen zu müssen, da hatte ich die Schnauze voll und erschreckte den gemeinen Kerl, als ich mich in einen riesigen Schreckenswolf verwandelte. Ich rannte los und Rosko wollte sich auf mich schwingen, da er aber nicht so sportlich ist wie ich, hing er mir erstmal am Bauchfell. Unsere Flucht gelang, wenn auch in eine andere Richtung als unsere Gefährten. Erstmal in eine Seitengasse mit Sandsäcken verkrochen und ausgeruht. Leider durchstöberten einige der düsteren Gesellen die Gasse, wurden jedoch davon überzeugt, dass sich dort nur eine streunende Katze befand.

Nach einer kurzen Ruhepause ließ ich meinen Bruder zurück, um in Gestalt eines Katers die Lage zu erkunden und unsere Freunde zu suchen. Doch keine Spur von ihnen und auch in unserer Herberge waren keine weiteren Hinweise zu entdecken. Der unfreundliche Wirt war gemein zu mir, so dass ich seinen (sowieso widerlichen) Eintopf nach Katzenart würzte und dann zurück zu meinem Bruder kehrte. Dass dieser inzwischen auf eigene Faust losgezogen war und Ärger suchte, konnte ich nicht ahnen. Er legte sich mit mehreren unserer Verfolger an – die zur Bande eines gewissen Rupel gehörten, der wohl in diesem Viertel das Sagen hatte und wohl aufgebrochen waren, die Diebe des Homunculus zu suchen. Mein Brüderchen musste fliehen und versteckte sich unter dem Stand eines Handschuhhändlers, wo er jedoch leider aufgestöbert und festgesetzt wurde. Nachdem ich unsere Sack-Gasse leer vorgefunden hatte, suchte ich meinen Bruder mit der scharfen Nase eines Straßenköters und fand seine Spur, die zu einem durch ein Tor versperrten Hinterhof führte.

Nachdem ich mir einen Plan zurechtgelegt hatte, war ich bereit zum handeln. Itsy-Bitsy Wolko kletterte in Gestalt einer gewöhnlichen Hausspinne (Eratigena atrica) die Fassade hinauf und vor der Nase bzw. über den Kopf eines Spähpostens ins Haus. Es gelang mir, mich in den Innenhof abzuseilen und mich umzusehen. In der Küche gab es schon wieder nur Eintopf – diese Städter haben kulinarisch keine Phantasie – und die Speisekammer war mit Mehl und Wasser gefüllt, so dass ich schließlich, wieder in meiner Halblingsgestalt, im Keller nach Vorräten und Wein suchen wollte.
Mein armer Bruder Rosko hatte sich inzwischen von dem Sack über seinem Kopf befreit und fand sich in einer düsteren feuchten Zelle wieder, zusammen mit einer mageren Menschenfrau. Diese stellte sich als Liesbeth, Tochter von Gundalf – unserem Auftraggeber – heraus, die von Rupel festgehalten wurde. Gundalf und sie waren wohl Slaven eines gewissen “Meister” und sie wurde als Druckmittel für ihren Vater festgehalten. Rupel und der Meister steckten unter einer Decke und der “Meister” wollte jetzt wohl endlich seinen Homunculus.

In der Nebenzelle konnte Rosko die typischen Geräusche eines kotzenden Palumbischen Barbaren hören und so beschloss er, sich und die anderen zu befreien. Mit Hilfe seiner kleinen Schere, die er sonst meist benutzt, um seine Koteletten zu stutzen, gelang es ihm, den Balken von der Zellentür zu entfernen und auch Simpel zu befreien, der sich sehr freute und seinen Retter überschwänglich mit einer feuchtklebrigen Umarmung empfing.

Ich hatte zwischenzeitlich den Weinkeller gefunden (das Zeug war ganz erträglich) und starrte kurz darauf in das Auge meines lieben Bruders, als ich um die nächste Ecke schielte. Nach kurzer Wiedersehensfreude erkundeten wir den Keller gemeinsam, fanden den Biervorrat (ganz erträglich für Stadtbier aber kein Vergleich zu echtem Tröpfelbacher Waldgrundbräu) und die Ausrüstung unseres barbarischen Freundes.
Wir lockten mit Hilfe von Katzengemaunze und unserer Liesbeth-Mieze zwei Wachen in die Falle, schlugen sie nieder und eigneten uns ihre Kleidung an. Liesbeth und Simpel verkleideten sich und nahmen Rosko und mich in ihren Rucksäcken mit.

Endlich mal Zeit für eine Pause und ich entdeckte sogar ein mittelmäßig schmeckendes zerknautschtes Wurstbrot im Rucksack des Barbaren, das ich mir kurzerhand einverleibte, um meinen ärgsten Hunger zu stillen (schließlich hatte ich schon mehrere Mahlzeiten versäumt und mit leerem Magen kann man schlecht kämpfen). Während ich aß und mein Bruderherz den Geräuschen und Flüchen unser menschlichen Träger nach zu urteilen die Ruhephase nutzte, seine Gedärme zu entlüften, schafften wir es tatsächlich aus dem Hof (wobei die beiden Dumpfbacken fast die Säcke mit ihrer kostbaren Fracht vergessen hatten).

Vor den Toren, in einem Versteck, überlegten wir unser weiteres Vorgehen. Unser Weichei-Barbar jammerte mir die Ohren voll, wegen seines Vesperbrotes mit Leberwurst von der Leber der gewaltigen palumbischen Hochziegen seiner Heimat, das wohl seine Mutter selbst erjagt und geschmiert hatte und seine letzte greifbare Erinnerung an Mutti war. Nachdem wir ihn beruhigt hatten, kamen wir überein, dass wir unseren Magiergefährten Sahdo-Ssuse (oder so ähnlich) im nächsten Stadtviertel suchen wollten, wo auch eine andere Schlägertruppe das Sagen hatte, so dass wir Ruhe vor der Rupelhaften Truppe hätten.

Leider hingen einige von Rupels Schergen am Tor zum Nachbarviertel herum und so mussten wir zu einer List greifen. Als wir angehalten und kontrolliert wurden, verwandelte ich mich – wohl von den getragenen Socken und Lendenschurzen im Rucksack des Barbaren inspiriert – in einen Skunk (genauer einen Zwerg-Fleckenskunk, Spilogale pygmaea) und jagte so die Bösewichte und unzählige weitere Stadtbewohner in die Flucht.

Jenseits des Tores fanden wir sogleich eine Taverne und stärkten uns dort für weitere Abenteuer in dieser merkwürdigen Stadt.

Comments

Na ja, eigentlich hieß das Abenteuer “Die Übergabe”, aber ich denke, es ist Simpel unangenehm, wenn so darauf aufmerksam gemacht wird, dass er sich mehrmals übergeben hat…

DerKastellan

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